2016

Beruf Kunstkritiker/in.

Herausforderungen, Einflussnahme und Möglichkeiten

Kunstmuseum Stuttgart
28. Oktober 2016, 19 Uhr
Eintritt frei

Am Freitag, den 28. Oktober 2016, 19 Uhr, widmet sich das Kunstmuseum Stuttgart in einer Podiumsdiskussion dem Berufsbild der/des Kunstkritiker/in. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg und dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart statt.

Regelmäßig wird von den Feuilletons das Ende der Kunstkritik heraufbeschworenen: Zum einen sind die ökonomischen Bedingungen für freie Autoren/innen nicht anders als prekär zu bezeichnen, zum anderen fehlen unabhängige Bewertungskriterien. So gehen Pressearbeit und Kritik häufig Hand in Hand und negative Äußerungen bzw. kritische Formulierungen werden schnell zu Werbezwecken vereinnahmt.

Was bedeutet vor diesem Hintergrund Kunstkritik? Welche Rolle spielt sie im Betrieb und welche Rolle spielen die jeweiligen Autoren/innen? Welchen Einfluss hat Kunstkritik auf die Kunst und den Künstler selbst? Trägt sie zur Steigerung des Marktwerts bei? Für wen wird Kunstkritik geschrieben.

Diesen und weiteren Fragen stellen sich fünf prominente Kunstkritiker/innen unter der Moderation von Sven Beckstette, Kurator am Kunstmuseum Stuttgart, um herauszufinden, welche Zukunft der Beruf des Kunstkritikers/der Kunstkritikerin hat.

Die Podiumsteilnehmer/innen:

Nikolai Forstbauer arbeitet seit 1988 in der Kulturredaktion der »Stuttgarter Nachrichten«. Er studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Tübingen und Stuttgart. Von 1996 bis 2016 war er Ressortleiter Kultur der »Stuttgarter Nachrichten«. Neben seiner Tätigkeit als Autor realisierte er zahlreiche Veranstaltungen mit bekannten Persönlichkeiten aus Kunst und Politik. Seit 2016 ist er Autor im Titelteam der Chefredaktion der »Stuttgarter Nachrichten«.

Jörg Heiser ist Professor und Direktor am Institut Kunst im Kontext der Universität der Künste in Berlin und Editor at Large von »frieze d/e«. Er schreibt Kunstkritiken für die Süddeutsche Zeitung. 2007 erschien sein Buch Plötzlich diese Übersicht. Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht sowie zuletzt Doppelleben. Kunst und Popmusik (2016).

Catrin Lorch studierte Kunstgeschichte, Journalismus, Germanistik und Städtebau in Frankfurt, New York und Bonn. Sie war Kuratorin und Direktorin der Videonale in Bonn. 2006 erhielt sie den Kunstkritikpreis der Art Cologne. Seit 2009 ist sie bei der »Süddeutschen Zeitung« für zeitgenössische Kunst verantwortlich.

Hanna Magauer war von 2013 bis 2016 Redakteurin bei »Texte zur Kunst«, wo sie weiterhin im redaktionellen Beirat tätig ist. Zuvor studierte sie Kunstgeschichte sowie Literatur- und Medienwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin und der Universität Konstanz. Aktuell arbeitet sie an einem Promotionsvorhaben zu Künstlergruppierungen im Frankreich der frühen 80er-Jahre.

Kolja Reichert studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur in Berlin. Ab 2006 war er Autor für den »Tagesspiegel«, später auch für »Die Welt«, »Die Zeit« und für Kunstmagazine wie »art« und »frieze d/e«. 2012 erhielt er den Preis für Kunstkritik der deutschen Kunstvereine und der Art Cologne. Seit 2014 ist er Redakteur von »Spike Art Quarterly« und seit 2016 Redakteur für Kunst im Feuilleton der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.


Morsbroich droht die Schließung - AICA entgegnet

Gegenvorschlag des deutschen Kunstkritikerverbandes AICA zur "Schließung" des Museum Morsbroich

Dass Wirtschaftsprüfer es für möglich halten, ein Museum zu schließen, das wundert uns nicht. Dass Wirtschaftsprüfer nichts davon wissen, welche Bedeutung das Museum Morsbroich in Leverkusen seit den 1960er Jahren und bis heute für die Entfaltung der rheinischen Kunstszene gehabt hat, das erstaunt uns auch nicht. Aber dass der Leverkusener Stadtrat einem solchen Ansinnen nicht spontan und auf der Stelle Einhalt gebietet, das stimmt bedenklich.
Erst 2009 hat der Verband der Kunstkritiker, AICA Deutschland, dem Museum Morsbroich die Auszeichnung "Museum des Jahres" verliehen, weil durch eine verantwortungsbewusste Ankaufspolitik in diesem kleinen Ort Leverkusen eine erstaunliche Sammlung zustande gekommen war, die sich neben denen von Köln, Essen und Düsseldorf durchaus behaupten konnte und sich heute vor allem dadurch auszeichnet, dass sie einen hervorragenden Einblick in die Entwicklung der abstrakten Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in all ihren Facetten bietet.
Was wirklich anstünde und Erfolg versprechend wäre, ist nicht die Schließung eines solchen Museums, sondern seine Aufwertung durch einen Neubau mit größeren Ausstellungsräumen und freiem Eintritt für alle Besucher.
Wir werden darauf zurückkommen.

AICA
Internationaler Kunstkritikerverband, deutsche Sektion
01. März 2016


Museum Morsbroich

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